So. Jetzt bin ich den vierten Tag hier. Bis heute mussten einige organisatorische Lästigkeiten erledigt werden, aber jetzt hab ich Zeit, mal was zu schreiben und einige Bilder reinzustellen. Aber von Anfang:
Offenbar war alle Welt nervöser und besorgter als ich, denn als ich dann alleine aus dem Flieger stieg und fröstelte, als ich mit Walter (meinem neuen Chef) vom Flughafen Trelew Richtung Playa Unión fuhr, und auch noch, als ich dann in meinem neuen, viel zu weichen Bett lag - da hab ich mich gscheit gfreut. Es ist ja nicht so, dass dieser große Schritt unerwartet kam. Und unüberlegt gewesen wäre. Entsprechend ist alles soweit gut.
Jetzt werde ich also erfahren, wie es ist, ein Ausländer zu sein. Auf der Arbeit ist das relativ wurscht, alle können Englisch. Aber wenn ich hier einkaufen gehe, dann ist alles noch ein bißchen mühsam. Für einen Rucksack voller Grundeinkaufsachen war ich fast eine Stunde beschäftigt und habe ratlos Regale durchstöbert und Packungen angestarrt (um Himmels Willen, warum gibt's denn keinen gescheiten Kaffee?). Das Gestammel und Gedeute an der Fleisch- und Brottheke werde ich nicht beschreiben. Aber gut. Sehr spannend alles.
Alle im Institut sind sehr nett und helfen mir. Noch habe ich keine größeren und längerfristigen Aufgaben, aber ich soll mir halt was suchen, wo ich mitmachen kann. Na gut. Schaumermal. Jetzt ist sowieso verlängertes Wochenende, Gründonnerstag und Karfreitag sind Feiertage (was übrigens nicht heißt, dass irgendein Laden geschlossen wäre).
Daher bin ich heute gleich mal mit dem Fahrrad nach Rawson gefahren, das ist die nächstgrößere Stadt. 20000 Einwohner etwa und Provinzhauptstadt. Hab tatsächlich Kontaktlinsenmittel kaufen können, ich meine, sie haben verstande, was ich wollte! Sogar so ein Pipifax wird zum Abenteuer in der Fremde...
Naja, ich will lieber nicht so ganz viel schreiben, hier ein paar Bilder:
Das ist der Blick von der Tür ins Häusla nei. Es war mal eine Doppelgarage (doppelt lang). Die Küche ist super, mittlerweile hab ich auch Topf und Pfanne. Der Herd rockt, ich liebe Gasherde - auch wenn die ersten Nudeln nimmer al dente waren, heilichers, ist der schnell! Im Hintergrund der Durchgang mit dem Bad (und einer Waschmaschine, die ich heute morgen erfolgreich repariert habe) und dahinter die Hoftür zu meinem Patio - ein 3x3 m kleiner Hof. Sicherlich nicht groß, aber ich hab ja fast nix. Daher - enorm!
Hier rein müsste dann noch ein Ausziehsofa oder eine Matratze für die so zahlreich angemeldeten Besucher... bin ja mal gespannt.
Das ist das Büro, in dem ich unterbebracht bin, zusammen mit vier Kollegen. Mein Platz ist mittig am Fenster. Das Institut ist in einem Wasserturm (siehe unten) und es wurden einfach zwei Stockwerke eingezogen, wo früher der Tank war. Das Photo hab ich von der Leiter aus gemacht, die aufs Dach geht, wo die Wetterstation ist und das ELDONET, das die Sonnenstrahlung misst.Und so sieht das Ganze von außen aus. Ich sitz hinter der oberen Hälfte des großen Fensters. Der Rohbau auf der rechten Seite wird das neue Labor, wohin ich dann umziehen werde, wenn es fertig ist, etwa in 6 Wochen.
So, das wärs dann mal fürs erste. In Google Earth findet man das Institut bei 43°18.694' S, 65° 2.496' W (und beim nächsten Mal gern auch als kmz-Datei).
Dann bleibt mir nur noch, allen Frohe Ostern zu wünschen und schöne Feiertage. Und ach ja, Amon: Herzlichen Glückwunsch, Herr Dokter! Freut mich sehr, dass Du es rum hast, gratuliere! Trinkt eins für mich mit!


1 Kommentar:
Hi Sebitos!! Dein Häusla ist echt schön und original. Langsam machst du alles wie dein Profil (etwas wie hier,aber nicht hier...weißt du).Ich wünsche Dir alles gute en la tierra de los boludos.Pass auf dich auf und bis bald.
Liebe Grüße aus Erlangen (heute ist wieder kalt :-( )
Ana
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