Diese Woche verging schon mit einer gewissen Routine. Ich habe eine umfangreiche Aufgabe bekommen, die mich gut beschäftigt und davon abgehalten hätte, mir allzu viele Gedanken über den Verbleib meines 20-kg-Pakets zu machen, das am 31.3. in Bamberg abgeschickt worden war. Hätte. Wenn nicht schon am Montag ein Postbote oder so was im Institut aufgetaucht und mir eine Karte in die Handgedrückt hätte. Darauf stand, dass ich (wobei ich komischerweise Dr. Sebastian Aranil heiße) in den nächsten 30 Tagen eine Sendung in der Post abholen kann. Gegen meinen Pass (wo kriegt man in der argentinischen Provinz einen Pass mit einem seltsamen Nachnamen her?), ab dem vierten Tag für 5 Pesos/Tag (knapp 1€), nur zwischen 8:30 und 11:00. Und: auf der Post in Puerto Madryn, das ist etwa 80 km weit im Norden. Hmm. Schimpf noch mal einer auf die Deutsche Post! Die Kollegen im Institut waren ebenso überrascht und bemüht, mir zu helfen. Ricarda, die Studentin aus Erlangen, die wir hier für ein Praktikum untergebracht haben, hat so etwas auch schon erlebt. Da muss man dann hinfahren und alles auspacken. Warum auch immer. Es ist ja schließlich die Post und nicht der Zoll. Aber gut - nach einigen Telefonaten erklärte sich der große Rodrigo, ein Kollege, der in Puerto Madryn wohnt, freundlicherweise bereit, das Paket abzuholen und mitzubringen. Auf der Karte konnte man auch eine Vollmacht erteilen, alles gar kein Problem. Leider kommt er erst am Freitag wieder, ob ich solange warten kann? Natürlich! (Ist das noch tranquilitas oder schon pures Phlegma? Ach, mir doch egal....!). Naja, am Mittwoch rief Rodrigo dann gegen Mittag an, dass er in der Post war und etwa eine Stunde in der Schlange gewartet hat, um dann zu erfahren, dass er erst am anderen Schalter 5 $ (so werden auch die Pesos abgekürzt) hätte zahlen müssen. Nur war da auch eine Schlange. Und die Post machte zu. Schade. Na gut, er wollte es am Freitag wieder probieren, und nein, keine Ahnung, was für 5 $ da wofür fällig waren.
OK. Dann bin ich mal auf morgen gespannt. Dass Rodrigo sich am Freitag nicht gemeldet hat, nehme ich mal als positives Zeichen. Dann kommt also morgen vielleicht endlich wahrscheinlich eventuell das Paket, Spanischbücher, ein warmer Schlafanzug und die fränkische Fahne, alles, was man in der Fremde braucht... Ach ja, eine Bitte an dieser Stelle: Schickt mir nix, was größer ist als ein Brief! Ich weiß schon, ich hab rumgejammert wegen Kaffee und so... aber das ist der Aufwand einfach nicht wert. Stellt Euch mal vor, Ihr müsst für den Empfang eines Pakets jedesmal von BA nach WÜ fahren (nur drei Tage die Woche von 8:30 bis 11:00!).
Angeblich ist mein Konto jetzt eingerichtet; ich werde also möglicherweise am Monatsende tatsächlich Geld bekommen. Ich muss nur noch meine Karte an der Bank abholen, was möglicherweise wieder ein major act wird. Mal sehen. Mit der Karte kann man auch in kleinen Supermärkten bargeldlos zahlen und bekommt dann zwischen 10 und 15% gutgeschrieben. Warum auch immer. Es gibt auch viele Aktionen, wo man an bestimmten Wochentage bis zu 25% Rabatt bekommt. Sehr seltsam. 10% klingt zwar nicht soviel, aber bei den alltäglichen Einkäufen leppert sich das schon.
Wenn ich jetzt endlich noch eine Krankenversicherung abschließe, dann ist der bürokratische Aufwand tatsächlich langsam erledigt - oh nein, das Arbeitsamt in BA wartet ja noch auf einen Arbeitsvertrag.... schadeschade....
1 Kommentar:
OK...entonces...kein Kaffee.
Kommentar veröffentlichen