Der Clarin, die Zeitung Argentiniens, hat Kenntnis genommen von den Unbilden in Deutschland. Ich hab's schon länger bei Spiegel online verfolgt und auch die belustigten Kommentare meiner brasilianischen Freunde in Deutschland gelesen, die sich schon immer wunderten, wie man Salat und so essen kann, ohne es in Essigwasser einzulegen oder gar mit Wasser + Tropfen Clorix zu waschen. Aber es ist natürlich schon eine ernste Sache.
enfrentar: sich in die Haare kriegen; dice: sagt; hay: es gibt (wörtl.: hat); brote: Keim; llegó: erreichte; se queijó: beschwerte sich, jammerte darüber, dass...; maltratato: schlecht behandelt (->malträtiert); UE: EU; descartar: wegschmeißen; debido: wörtl.: geschuldet. (Quelle: www.clarin.com)
Der Argentinier lacht darüber und greift zum Steak oder der Empanada. Hier gibt es was ganz ähnliches, und zwar immer (nicht nur episo- bzw. -demisch): es gibt um Rawson herum einige "Bauernhöfe", die von zugezogenen Bolivianern (oder Kolumbianern?) bewirtschaftet werden. Die Ware sieht super aus, ist spottbillig und wird von Dutzenden Kindern aller Alterklassen verkauft, die für das europäische Auge aussehen wie der Indio schlechthin. Allerdings wurde ich nachdrücklich gewarnt, denn die bolivianos haben Bandwürmer. Und wer deren Produkte kauft und nicht gaaaaaaaaaaaanz gründlich wäscht... muss ich ins Detail gehen?
Was dem Argintinier der Bolivianer ist dem Deutschen der Spanier oder wie?!
Ich denke zwar nicht, dass ich mich gegen Kommentare wehren werden muss, aber ich meine halt, dass natürlich mit all dem Substrat-gezüchteten Eissalat, Krummheitswinkelgenormten Gurken, Antimatschtomaten und so ein bisschen der Blick für die potentiellen Gefahren abhanden gekommen ist. Ist natürlich schlimm, dass das solche ernsten Konsequenzen hat. Aber jetzt den Spaniern die Schuld in die Schuhe zu schieben ist genauso ... wie deren Behauptung, eine Kiste Gurken wäre in Deutschland umgefallen (was ist eigentlich mit den ungezählten umgefallenen sprichwörtlichen Reissäcken passiert?). Hier in Arrrghentinien steht auf den Clorix-Flaschen neben dem "Reizend!"-Symbol, dass man zwei Tropfen pro Liter Wasser zugeben und bis zum Trinken eine halbe Stunde warten soll, ebenso beim Einlegen von Salat, Obst und Gemüse. Kein Grund also, auf Grünzeug zu verzichten. Oder?

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