Sonntag, 13. Februar 2011

Urlaub im Süden II

Die Strecke von El Calafate nach Norden verläuft auf der berühmten Ruta 40, die das ganze Land von Norden nach Süden durchzieht. Man trifft wieder auf wenig Verkehr, aber das wird sich in Zukunft sicher ändern, denn weite Abschnitte werden asphaltiert. Tatsächlich waren schon Dutzende km fertig, lediglich die Markierung fehlte noch, aber wir mussten parallel auf einer Schotterstraße fahren, was recht nervig war. In der Ferne konnte man beeindruckende Panoramen sehen, und ich glaube, der eine ganz besondere Zacken ist der Mount Fitz-Roy. 





Zu den wenigen Siedlungen am Wegrand zählt Bajo Caracoles, etwa "Unterschneckenheim", das davon lebt, dass Touristen von dort aus die Cueva de las Manos besuchen, eine Höhle mit Steinzeitlichen Graffiti. Da wir am 31. Dezember dort waren, haben wir sie aber nicht besuchen können. Also ging es weiter nordwärts nach Perito Moreno (D in der Karte). Darüber muss man nicht viel mehr sagen als die Wikipedia anmerkt: "Senioren wählen den Ort zunehmend als Altersruhesitz." Ob es deswegen auch den Titel "Provinzhauptstadt der Archäologie" trägt oder das doch mit der Höhle und so zu tun hat?
Das aufregendste auf der Fahrt war, als wir diese beiden hier trafen, wobei zweiterer ersteren über die Straße rollte und fressen wollte:


Vermutlich hat er es noch geschafft, als wir weiter gefahren waren.
Anyway, der Campingplatz war echt schön, Zeltaufbauen auf Rasen anstatt auf Schotter hat was. Wir treffen ein Schweizer Ehepaar, das schon (und noch) einige Monate in Chile und Argentinien unterwegs ist und uns einige Tipps gibt. Dass ich mal die Neujahrsnacht mitten im Nirgendwo verbringen würde, hatte ich auch nie gedacht.
Nach all der Steppe ging es an diesem Tag endlich in eine grünere Gegend, nämlich nach El Bolsón. Also wieder ein ganzer Tag im Auto. Das Wetter wurde zum Ende hin so schlecht, dass wir die Campingidee aufgeben mussten. 
Unter anderem waren wir in Bariloche, einer von schweizer Immigranten gegründeten Stadt in einer Landschaft, die aussieht wie die Schweiz. Bariloche ist berühmt für Schokolade und ein wichtiges Skigebiet. Das Wetter war leider immer noch schlecht, daher haben wir uns nicht sehr lange aufgehalten.














 




Da ich drei Wochen später wieder in El Bolsón war, gibt's weitere Bilder später.
Dann war auch schon wieder Heimweg angesagt, und zwar wieder auf abseitigen rípio-Straßen über Gualjaina. Da war ich schon im November 2009, aber ich hab es kaum wieder erkannt: fast alle Straßen wurden betoniert, aber is ja auch klar: 2011 ist Wahljahr. Wir fuhren aber gleich weiter zur Piedra Parada, wo wir zum letzten Mal das Zelt aufschlugen, nachdem wir uns den Cañadón de la butreira angeschaut hatten, eine Miniausgabe des Grand Canyon.







 









Nach einem Tag Pause in Playa flogen Paula und ich nach Buenos Aires. Meine große Kamera hab ich nicht mitgenommen, und die kleine hat echt schlechte unscharfe Bilder gemacht. Als ich die Kamera drei Wochen später mitgenommen hab, ist das Objektiv gefreggt. Daher erst mal keine Bilder vom Nabel der Welt, der europäischsten aller südamerikanischen Städte (aber nicht vergessen, dass Bukarest auch in Europa liegt) und dem einzigen lebenswerten Ort in Argentinien (wenn man die Bewohner fragt).
Demnächst mehr über die Tour mit den Eltern.




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