Ich bin wieder mal in Brasilien, wir machen ähnliche Experimente wie beim letzten Mal und ein paar neue, nur halt jetzt im Frühling statt im Winter. Am Samstag kam ich in Curitiba an, einer Stadt voller Parks und mit deutlichem Einfluss der europäischen Einwanderer. Zum Beispiel gibt's die Bar do Alemão, die Bar vom Deutschen, wo man neben Brat- und Bockwurst mit Senf (deutschem, nicht dem US-amerikanischen Zeug) sogar Sauerkraut (aber hallo, ultrasauer) und Knöchla bekommt. Es war sehr viel los, denn der Dienstag, 12.Okt., ist ein Feiertag gewesen, der Kolumbus-Tag, und es gab ein verlängertes Wochenende. In Argentinien heißt er Día de la Raza, ebenso in Mexiko, Ecuador und Kolumbien. Es ist mir nicht ganz klar, welche und was mit "Rasse" gemeint ist, aber der Feiertag wurde Anfang des 20. Jahrhunderts eingeführt, als man mit dem Begriff noch sorglos umging. Viele amerikanische Staaten feiern zwar, nennen den Tag aber anders, und wenn es nur der Nationalfeiertag ist. In der jüngeren Vergangenheit haben Chile und Venezuela ihn umbenannt: Día del Descubrimiento de Dos Mundos, Tag der Entdeckung zweier Welten und Día de la Resistencia Indígena, Tag des Indigenen Widerstands. Und solcher regt sich auch in Argentinien gegen den Namen. Mal sehen was wird.
In Brasilien ist es einfacher, hier ist schlicht der Dia da Nossa Senhora da Imaculada Conceição Aparecida, der Tag Unserer Lieben Frau von der Unbefleckten Empfängnis zu Aparecida, aka Maria, Schutzpatronin von Brasilien. Letztes Jahr war ich dort, in der Nähe von São Paulo, serious pilgrimage business:
Eine Kirche für 45000 Leute mit allem drum und dran, inklusive Gewölben voller Votivgaben und Restaurants.
Anyway; deshalb war also Feiertag. Paula hat mir Curitiba gezeigt, wir waren in einigen der Parks und Gärten. Zum Beispiel im Parque Barigui, wo in aller Seelenruhe Wasserschweine herumspazieren.

Na gut, herumliegen. Sie sind etwa so groß wie kleine Schafe und trotzdem Nagetiere. Und sollen gut schmecken. Ein anderer Park ist der Bosque Alemão, der Deutsche Wald. Deutsch, weil in der Mitte die Villa von einem deutschen Einwandere steht und außenrum einige Gedenkstätten für die Deutschen Zuwanderer und die mitgenrachte Kultur liegen. Der Weg durch den Wald ist mit Bilder wie diesem geschmückt:
Deutsch ist also Bratwurscht, Goethe und Hänsel und Gretel. Na gut. Gibt schlimmere Assoziationen.
Curitiba ist eine tolle Stadt mit sehr hübschen Ecken und Großstadtflair. Zumindest für mich Provinzler. Und es ist ja auch echt sehr interessant zu sehen, was an "europäischer Tradition" erhalten und weitergegeben wird. Nächstes Wochenende kann ich vielleicht nach Blumenau fahren zu Brasiliens größtem Oktoberfest. Das hab ich schon im Fernsehen gesehen, das ist nicht zu glauben. Hoffentlich klappt's.
Nach Curitiba haben wir Ana besucht, die wir aus Erlangen kennen. Sie hat ein Wochenendhaus ganz in der Nähe von der Uni. Das war natürlich super, Leute von daheim zu treffen und gepflegt zu grillen und Stories aufzuwärmen. Hier ist jetzt Frühling, aber wir hatten Glück und es hat nicht geregnet. Dafür gab es beeindruckende Flugshows zu bewundern:
Die Fregger sind so schnell, man kann sie kaum fotografieren: das sind drei Bilder von etwa 90. Und von den 90 hab ich auch schon wieder 70 gelöscht. Unglaublich beeindruckend.
So. Am Sonntag geht es los mit den Messungen, leider schon um 7:00 wegen der Umstellung auf Sommerzeit. Hoffentlich ist das Wetter einigermaßen. Drückt mir die Daumen.





3 Kommentare:
capivaras sollen gut schmecken?! igit!!!
Es war echt sehr schön!! ;-)
Ich sag Bescheid, wenn ich das Capivara in der Dose probiert hab ;-)
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